Die sogenannte FONTAN-OP (Fontan und Baudet 1971) schafft einen Verbindungstunnel zwischen rechter Vorkammer und Lungenschlagader unter Umgehung einer Herzkammer. Dieser "Fontan-tunnel" hat die Aufgabe, das Sauerstoffarme vom Sauerstoffreichen Blut zu trennen und das Herz somit nochmals deutlich zu entlasten. Abhängig vom Körpergewicht des Patienten gibt es zwei Varianten der Fontan-Op-methode : den extrakardialen Fontantunnel, der aussen am Herz vorbei geht oder eben der intrakardiale ( durchs herz hindurch).

Die Fontanisierung wurde erstmals im Jahre 1971 zur Kreislauftrennung durchgeführt und wird heutzutage bei diversen Herzfehlern genutzt.

Auch diese Operation kann einen Herzfehler wie eine Trikuspidalatresie nicht heilen bzw. reparieren.

Es ist eine rein Lebenserhaltene Maßnahme, sodass das Herz lange wie möglich mit dieser nur einen existierenden Kammer stabil gehalten wird. Für eine bessere Lebensqualität.

Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht !!!

Manchmal frage ich mich, wie werde ich es schaffen, ein so (derzeit) stabiles , gesund wirkendes Kind zur Fontan OP abzugeben?

Wahrscheinlich werde ich an der OP Schleuse, wo wir Justin abgeben müssen, erstmal kreischend zusammen brechen.

Durch meine ständigen Recherchen und da kein Kardiologe den wir bisher kennen gelernt haben, uns rechtmäßig (so wie ich es gern gehabt hätte) aufgeklärt hat, ob Justin auch eine Zukunft hat, wenn er keine Fontan-Komplettierung bekommmt, folgendes :

Im Allgemeinen gilt : ein guter Glenn ist besser als ein schlechter Fontan!!!  Soll heißen :

Mit der Glenn-Anastomose gefährdet man sein Kind nicht akut; man kann als Glenn-Kind auch groß werden und sich entwickeln; allerdings mit mehr oder weinger eingeschränkter Leistungsfunktion.

Nach der (ärztlicherseits angeratenen) Fontan-Komplettierung (Glenn nennt man auch Hemi-Fontan,also vorschritt zur Fontan)

wird der Single-Ventrikel( bei Justin also die LINKE Herzkammer) entlastet, da weniger Blut gepumpt werden muss.

Durch die Kreislauftrennung wird das Blut nicht mehr vermischt und dadurch entsteht automatisch eine höhere Sauerstoffsättigung (SpO2) was sich durch wesentlich höhere Belastbarkeit wiederspiegelt. Ausserdem ist eine niedrige Sättigung ein negativ-Faktor für die geistige Entwicklung des Kindes. ( auch wenn es Glenn-Kinder gibt, denen dies nie zum Nachteil wurde)

Die Relation der oberen zur unteren Körperhälfte wird immer geringer, denn die Sauerstoffsättigung sinkt, um so mehr ein Kind wächst

dadurch entstehen unvermeidbare Leistungseinbußen.

Da Justin noch nicht selbst entscheiden kann, sind wir als Eltern sein wichtigster Advokart.

Ich habe vor einiger Zeit eine Frau kennen gelernt ( mittlerweile eine gute Freundin) , sie lebt mit ihrer Trikuspidalatresie seit fast 40 Jahren, hatte als Kind zwei OP´s , jedoch (da die Medizin vor 40 Jahren noch nicht soweit war) KEINE Fontan OP !!!

Christine ist also ein "Glenn-Kind"!!!

Wie lebt diese Frau, wird man sich nun fragen... Nun ja, sie ist eine großartige Künstlerin, berühmt für ihre faszinierenden Acryl-Malereien und ein sehr lebensfroher Mensch.  ( www.christine-pollmeier.de)  oder ( www.acryl-art-cp.de)

Da sie damals "nur" ein Banding der Aorta u.a. Anastomosen bekommen hat, hatte sie natürlich zeitweise arge Einschränkungen in der allgemeinen Belastbarkeit und auch heute kann sie noch keinen Leistungssport machen, aber es geht ihr gut.

Ich habe mittlerweile auch ihre Eltern kennen lernen dürfen und auf die Frage hin, ob sie der Fontan OP zugestimmt hätten,wenn es diese damals schon gegeben hätte, erhielt ich ein deutliches "oh ja, natürlich". Denn was tut man nicht alles für eine bessere Lebensqualität des eigenen Kindes ?!

Möge es die richtige Entscheidung sein und der liebe Gott uns beistehen...........

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